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ChatGPT vs. Stephan

ChatGPT vs. Stephan

Die Hype-Welle für künstliche Intelligenz im Allgemeinen und ChatGPT im Besonderen kann man getrost als Big Wave klassifizieren. An kindlich-naiven Diskussionen wie "Ist Künstliche Intelligenz gut für uns?" oder "Macht uns ChatGPT dumm?"  werden wir uns nicht beteiligen. Stattdessen steht für uns die Frage im Vordergrund, welchen effektiven Mehrwert KI-Tools wie ChatGPT für uns als Industriefertiger für seriellen Holzbau entwickeln können. 

Potentielle Einsatzbereiche drängen sich sofort auf: Von der Planung über die Fertigung bis zur Verwaltung.  Wir haben es jetzt einfach mal getestet. Und wir haben es langsam angehen lassen. Grundsätzlich können Anwendungen der Künstlichen Intelligenz mit festen Referenzrahmen ganz gut umgehen. So machten in der Vergangenheit gute Anwendungsergebnisse bei der Analyse in der Krebsmedizin von sich reden. 
Als zukünftig Brandenburgisches Holzbau-Unternehmen mussten wir nicht lange nach einem passenden Anwendungsbereich suchen. Wir wollten mal testen, wie gut ChatGPT die Brandenburgische Bauordnung (BbgBO) kennt und inhaltlich auswerten kann. 

Wir haben ChatGPT folgende Frage gestellt:

Welche Regelung der Brandenburger Landesbauordnung könnte für den Holzbau angepasst werden?

Natürlich ist dieser Test kein Selbstzweck. Uns interessiert, wie gut das KI-Ergebnis im Vergleich zur Arbeit eine:r Expertin:in ist. Da kommt Stephan Schütze ins Spiel. Als erfahrener Architekt und Holzbauer ist Stephan die Benchmark, die es zu schlagen gilt. Wir haben also Stephan gebeten, die Ausführungen von ChatGPT fachlich einzuordnen.

Stephans Urteil: "Für den Anfang gar nicht schlecht."

Folgend Stephans Kommentare en detail.   
Die Antworten von ChatGPT wurden unverändert übernommen.

 

Chat GPT v4 Stephan Schütze
   

Eine mögliche Regelung der Brandenburger Landesbauordnung (BbgLBO), die für den Holzbau angepasst werden könnte, betrifft den Brandschutz. Obwohl die BbgLBO auf der Musterbauordnung (MBO) basiert und bereits Brandschutzbestimmungen für den Holzbau enthält, könnten weitere Anpassungen vorgenommen werden, um den Holzbau stärker zu fördern und gleichzeitig die Sicherheit zu gewährleisten.

Die Fragestellung ist sehr allgemein formuliert, so dass eine Beantwortung ein sehr weites Feld öffnet.

Die Antwort bezieht sich auf die geltenden Brandschutzbestimmungen und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf den Holzbau. In der BbgLBO gibt es jedoch keine Holzbau - spezifischen Brandschutz-bestimmungen. Die Bauordnung in Verbindung mit der HolzBauRL regelt den Einsatz von Bauteilen aus brennbaren Baustoffen, wie beispielsweise Holz, für hochfeuerhemmende (F60) und feuerbeständige (F90) Konstruktionen.

Eine solche Anpassung könnte beispielsweise die Erweiterung der zulässigen Gebäudeklassen für Holzbauten sein. In der aktuellen Fassung der BbgLBO sind Holzbauten hauptsächlich auf niedrigere Gebäudeklassen beschränkt, während höhere Gebäudeklassen, wie Hochhäuser, strengeren Brandschutzanforderungen unterliegen, die den Einsatz von Holz als Hauptbaumaterial einschränken können.

Die Antwort von ChatGPT zur Zulässigkeit von Holzbauten in den Gebäudeklassen nach LBO ist nicht falsch, aber unkonkret. Aktuell sind in Brandenburg Gebäude der GK4 in Holzbauweise geregelt. In der GK5 sind lediglich Gebäude in Holzmassiv-bauweise zulässig. Mit Blick auf den Stand in Wissenschaft und Forschung, vorliegende Ergebnisse von Brand-prüfungen sowie mit Sicht auf die Regelungen in angrenzenden Ländern im DACHraum ist die Holzrahmen-bauweise auch in der GK5 sicher umsetzbar. Hier wird die Landesbauordnung Baden-Württemberg den Entwicklungen und der Leistungsfähigkeit des modernen mehrgeschossigen Holzbaus mit Einführung der neuen Holzbaurichtlinie BW am besten gerecht und erlaubt den geregelten Einsatz von Holztafelbau in der GK5.

Durch die Anpassung der BbgLBO könnten moderne und innovative Holzbauweisen, wie massives Brettsperrholz (Cross-Laminated Timber, CLT) oder Holz-Beton-Verbundkonstruktionen, in höheren Gebäudeklassen zugelassen werden. Dabei müssten die Brandschutzbestimmungen so angepasst werden, dass sie die besonderen Eigenschaften dieser Bauweisen berücksichtigen und gleichzeitig ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten. Ein weiterer möglicher Ansatz für eine Anpassung der BbgLBO könnte die Einführung spezifischer Brandschutzanforderungen für den Holzbau sein. Diese Anforderungen könnten darauf abzielen, den Einsatz von schwer entflammbaren Holzprodukten und innovativen Holzschutzsystemen zu fördern. So könnten beispielsweise Anforderungen an den Mindestabstand zwischen Holzbauten, die Verwendung von feuerhemmenden Beschichtungen oder die Installation von automatischen Löschanlagen in Holzgebäuden festgelegt werden.

Ein Blick in die nordischen Nachbarländer, wie beispielsweise Schweden, zeigt dass die von ChatGPT formulierten Ansätze, dort Anwendung finden. Hier ist das Sara-Kulturhus in Nordschweden zu nennen. Dabei handelt es sich um ein 20 geschossiges Hotelhochhaus mit sichtbarer Holzkonstruktion BAUWELT - Sara-Kulturhus in Skellefteå , welche mit einem Brandschutzanstrich versehen wurde. Hier ist ChatGPT nah an den internationalen Entwicklungen dran.

Um solche Anpassungen umzusetzen, müssten die zuständigen Behörden und Fachleute in enger Zusammenarbeit mit der Holzbaubranche sicherstellen, dass die Anforderungen sowohl praktikabel als auch sicher sind und gleichzeitig den Holzbau in Brandenburg fördern.

Auch die Formulierungen im letzten Absatz sind inhaltlich korrekt, allgemein und unverbindlich gehalten.

 

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